Der Angst ins Auge blicken: eine Geschichte aus der Südchinesischen See

Erinnert ihr euch noch an Andrew Stephens? Er hat uns vor ein paar Wochen an seinen Gedanken zum Segeln teilhaben lassen und von seiner Traumreise über die Weltmeere berichtet. Neulich sind wir auf Andrews spannendes Video gestoßen, in dem er sich während eines starken Sturms im Südchinesischen Meer filmt. Wir haben ihn erneut gefragt, ob er uns von seiner Reise berichten möchte und glücklicherweise hat er sich gemeldet!

“Ich werde oft gefragt, ob ich nicht furchtbare Angst habe, allein durch die Welt zu segeln. Meine Antwort ist dabei immer die gleiche: Absolut! Wenn ich dann in die Gesichter schaue und merke, wie alle eine ganz andere Antwort erwartet haben, muss ich schmunzeln. Heute, wo jeder Segler weiß, dass die See komplett unvorhersehbar ist, ist eine solche Weltumsegelung immer mit Abenteuer verbunden.

Ich werde der erste sein, der zu gibt Angst zu haben, wenn sich die Cascadia beängstigend weit in Richtung Horizont neigt. Angst hat jedoch auch etwas Gutes! Es ist eine gesunde Emotion, die uns auf See wachsam hält. Es gibt so viele Dinge, die auf hoher See schieflaufen können, sodass es eigentlich ein Wunder ist, wieder unbeschadet ans Ufer zu kommen. Manchmal gibt es allerdings auch solche Tage, an denen alles verkehrt geht. Einen solcher Tage habe ich neulich erwischt:

Als ich in der letzten Woche auf meinem Törn in der südchinesischen See war, hatte ich einen solcher Tage. Es geschah am Tag 3 der Reise. Grob 200 Meilen fernab der Insel Borneo spürte ich, wie der Wind schon früh morgens immer stärker wurde. Eigentlich eine ganz angenehme Überraschung: der Wetterbericht sagte eigentlich langsame 5-10 Knoten Windgeschwindigkeit voraus. Später am Morgen wurden die Winde stärker und stärker.

Wie ich bereits annahm, wurde mein Boot von Böen mit bis zu 25 Knoten Windgeschwindigkeit angetrieben. Ich nahm etwas Tuch weg. Ich pflügte mit meinem Boot durch das Wasser und war mit erstaunlicher Geschwindigkeit für mein altes 30 Fuß Kielboot unterwegs. Der Wind wurde stärker und stärker. Jeden Augenblick konnte ich spüren, wie er zunahm. Was alles wie ein toller Segeltag begann, entwickelte sich schnell zu einem Alptraum! Plötzlich traf mich eine Welle an Cascadias Breitseite. Der Schlag war so stark, dass ihr Baum ins Wasser tauchte. Alles was auf Steuerbord-Seite lag, war jetzt irgendwo auf und neben dem Boot verteilt.

Ich versteckte mich Rasch hinter dem Steuer und begann instinktiv, die Cascadia zu verlangsamen. Mein einziger Gedanke war, Kontrolle unter die Cascadia zu bekommen. Schon ein kurzer Moment würde genügen, um mein weiteres Vorgehen zu planen. Als ich einen neuen Kurs einschlug, kam es zu einer kleinen Erleichterung. Als wir windabwärts fuhren, schaute ich zurück und erlebte etwas, was ich noch nie zuvor erlebt hatte. Mein Schrei erstickte förmlich im Getöse des Wassers, als ich eine riesige Welle sah, die über mir zusammenbrach.

Der Wind war so stark, das Wasser war überall und ich schützte mich mit einer Hand am Kopf vor weiteren nassen Attacken des Meeres. Obwohl ich alle Segel eingeholt hatte, waren wir noch immer zu schnell. Mir blieb also nur noch das Ruder, mit dem ich verzweifelt versuchte, das Boot zu verlangsamen. Bald danach erreichten uns die Wellen so, dass sie genau über dem Boot brachen. Als Cascadia eine Welle überwunden hatte, wurde sie schon in das Tal der darauffolgenden geworfen.

Irgendwann war der hintere Teil des Schiffes dem Wetter erlegen. Der einzige Ausweg, um aus der angespannten Lage zu entkommen war, das Hauptsegel einzuholen. Wundersamerweise wurde ihr Bogen hochgeworfen und das ganze Boot schlug im Wind hin und her. Für die nächsten 3 Stunden war Wellenreiten angesagt. Wir versuchten mit aller Gewalt der Natur Stand zu halten und konnten nach einem unglaublichen Tag irgendwann im Hafen einlaufen.“

Vielen Dank Andrew für deine atemberaubende Geschichte und viel Erfolg bei deinen kommenden Abenteuern!

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