“Es ist nie zu spät!”


#FreitagsBoot – “Es ist nie zu spät!” von Audrey Ruhland

Audrey, die von der Ostküste an die Westküste der USA gezogen ist, macht sich mit der San Francisco Bay vertraut und lernt zu Segeln. Gemeinsam mit ihrem Mann Garrett dokumentiert sie ihre Abenteuer auf ihrer Rafiki 35 in Sausalito, Kalifornien. Besucht sie doch mal auf ihrer Internetseite unter www.Thisldu.de und auf Instagram (@thisIdu_) und erfahrt mehr von Audrey!

 

„Die See ist launisch und anspruchsvoll. Sie verdient unseren Respekt und belohnt diesen mit tollen Erfahrungen. Das sind die Dinge, die ich durch das Segeln gelernt habe.

Ich bin nahe am Wasser aufgewachsen, war aber nie wirklich eine richtige Wasserratte. Meine Sommer habe ich in einer Küstenstadt in New England verbracht. Dort wurde mir beigebracht das Meer zu verehren. Was ich aus irgendeinem Grund auch immer nicht gelernt habe, war das Meer zu verstehen.

Ganz ehrlich – auch heute kann ich noch nicht alle Zeichen deuten, die mir das Meer gibt. Ich weiß immer noch nicht, wie ich mich in brenzligen Situationen verhalten soll. Glücklicherweise habe ich immer meinen Mann dabei, der mich mit Rat und Tat unterstützt und immer die Ruhe bewahrt. Auf dem Bild seht ihr ihn, wie er gerade das Steuer hält.

Natürlich sind wir mit Ende 20 noch jung, doch ich bewundere die Kids, die förmlich in einem Segelboot aufgewachsen sind. Segeln ist für sie so unglaublich selbstverständlich, sie sind sich ihres Könnens bewusst und betreiben den Sport mit beachtlichem Selbstvertrauen. So fehlt mir meistens das Vertrauen in mein eigenes Können. Ich habe Schwierigkeiten damit, den Wind und die Strömungen richtig einschätzen zu können. Ganz anders: mein Mann Garrett. Er ist ein Profi! Auch wenn er bestimmt nicht alles über das Segeln und die Natur weiß, fühle ich mich unglaublich sicher und wohl, wenn Garrett der Kapitän ist.

Segeln ist seine Leidenschaft. Auch er hat erst vor Kurzem mit dem Segeln begonnen, im Gegensatz zu mir hat er aber sehr schnell gelernt. Wenn es um das Segeln geht ist Garrett sehr pingelig und genau. Er hat in den vergangenen zwei Jahren so viele Boote gesegelt und getestet, wie es ihm nur möglich war. Ich kann vor ihm nur meinen Hut ziehen und muss sagen, dass sich sein Einsatz und seine Hingabe wahrlich ausgezahlt haben. Er ist ein toller Segler, Kapitän und Ehemann.

Wir haben uns im letzten September eine Rafiki 35 aus dem Jahre 1979 gekauft. Durch ihren Kiel und die geringe Geschwindigkeit ist sie uns ein geduldiger Lehrer. Wir haben ihren Charakter kennen und schätzen gelernt und wissen, wie sie im Wasser funktioniert. Sie verzeiht uns jeden Fehler.

Das hier abgebildete Foto entstand auf dem größten Törn, den wir bisher hatten. Wir liefen gegen Mittag aus der Sausalito Marina aus und starteten eine vierstündige Umsegelung der Angel Island. Garrett hatte das Steuer für 3 Stunden übernommen. Die See war glatt, es gab Dünung, dann brechende Wellen, komplette Windstille, Windböen von bis zu 40 Knoten, Sonnenschein, Regen, warme Winde und kalte Brisen. In diesen vier Stunden hatten wir mit nahezu allen Bedingungen zu tun, die beim Segeln auftreten können. Garrett steuerte uns unerschütterlich durch jede Wetterlage.

Unser nächstes Ziel ist die Golden Gate. Nachdem wir dort waren, wollen wir runter zur Half Moon Bay segeln. Und danach? Naja, um das zu erfahren, müsst ihr einfach immer wieder bei uns vorbeischauen!

Wie es um mein Selbstvertrauen beim Segeln steht? Ich werde das schon noch schaffen, davon bin ich überzeugt! Für den Moment bin ich einfach so dankbar für dieses Kapitel in unserem Leben. Das Segeln hat uns ein neues Gespür für Abenteuer geschenkt, Herausforderungen, die es zu meistern gilt. Segeln ist eine Möglichkeit für uns gemeinsam zu arbeiten und die See besser kennenzulernen.“

 

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